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Vorwärts

Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

Olma Begleitevents mit überrissenen Preisen

Oktoberfeste überall. Und alle Veranstaltern bedienen sich am grossen bayrischen Vorbild. Warum auch nicht! Wenn's denn gefällt, sich einmal im Jahr mit Brezn, Hendl, Schweinshaxn, Weisswurscht und grösseren Biergläsern zu ernähren... Nicht so in St.Gallen. Hier belegt die «Olma» diesen Termin. Nicht wenige St.Galler sind während den mittleren beiden Oktoberwochen schlecht erreichbar...

Und das Fest um die Landwirtschaftsmesse erfreut sich zusehends auch bei Nicht-St.Gallern grösserer Beliebtheit. Bei diesem grossen Zulauf haben es Preistreiber, welche das 3-Dezi-Bierplatsikbecherli für satte 8.50 Stutz und das Cola für 7.50 verkaufen, natürlich leicht. Obwohl alle reklamieren, war die Schlange vor besagtem Zelt letztes Jahr nicht kürzer. Und solange dies so ist, findet ein geschäftstüchtiger Veranstalter natürlich keinen Anlass, seine Preispolitik zu ändern. Dieses Jahr greift nun auch RADIO FM1 mit einem Pavillon an der Sonnenstrasse vor dem Restaurant CANDELA ins Geschehen ein. Und die Preise in dieser «Radio City» sollen auf Nachfrage des TREND MAGAZINs nicht auf diesem hohen Niveau liegen, obwohl auch hier DJs auflegen.

Die Lebenszyklen einer Grossdiscothek

Das Leben eines Nachtclubs beginnt schon vor der Eröffnung mit Gerüchten und ersten Superlativen. Allein der Name soll gehoben klingen. Die Eröffnung ist vielfach pompös – mit vielen wichtigen und vielleicht wichtigen Gästen und einigen Organisationsproblemen, während hinten noch die letzten Scheinwerfer montiert werden. Beim Einlass zeigt man sich zurückhaltend – das Alter 21 gilt. Gegenüber Fremdveranstaltern ist man verschlossen – der Club alleine zieht genug – ein wenig Arroganz ist spürbar. Nach einigen Monaten darf ein dritter erste Partys drin veranstalten. Naja – auch mit 18 kommt man rein, wenn man okay aussieht. Gut möglich, dass man es innerlich bedauert, anfangs an der Türe zu abweisend gewesen zu sein, bekanntlich lassen sich gute Gäste nur einmal wegschicken. Nach vielleicht einem Jahr haben sich einige Fremdveranstalter fix etabliert, draussen stehen 16-jährige in einer künstlich erzeugten Schlange an, während drinnen die Leere gähnt. Wenige Monate später werden Leute auf Friendlists gratis eingelassen – die Rentabilität ist schon lange im Eimer... Beispiele: PLATINS Zürich, PACHA Wintethur, GLOW St.Gallen, ...

St.Gallen: Sommer in der Stadt

Die Mittagspause im Park, im Klosterhof oder auf der Gasse, das Feierabendbier in der Gartenbeiz und Abends mit Freunden im Strassencafé – wir geniessen den Sommer. Mit den neu gestalteten Plätzen und Gassen im Klosterviertel hat St.Gallen eine weitere Attraktion zu bieten, wo es sich abends gerne aufhalten lässt. Die neu gepflästerten Bereiche laden ein. So könnte auch der Marktplatz sein, wenn er autofrei wäre. Auf dem wichtigsten Platz, wo andere Städte Tische unter die Bäume neben den Marktständen stellen lassen würden, stellt die Stadt St.Gallen eine unhygienische Abfallmulde hin und erlaubt das Parkieren – eigentlich gegen jede Vernunft. Immerhin: ein paar nicht mehr benötige Markthütten wurden jetzt entfernt.
Am 17. und 18. August findet wieder das jährlich Stadtfest statt. Wiederum werden die Gassen zu teilweise überdachten Partyzonen. Bühnen mit Livebands, wie an anderen Stadtfesten, sind in St.Gallen leider etwas rarer. Und das verordnete Festende ist leider auch viel früher...

Ruhestörung

Die einen lassen die lauen Sommerabende in gemütlichen Strassencafés, Biergärten oder Freiluftlounges ausklingen, andere – mit etwas weniger Geld – treffen sich auf Plätzen, in Parks oder vor Schulhäusern und konsumieren dort. Beides sollte möglich sein – von mir aus solange man zeitlich mag.

Gesetzlich ab 22 Uhr, was etwas früh ist, moralisch sicher ab Mitternacht sollte aber auf Schlafende Rücksicht genommen werden. Dies soll aber nicht das Verstummenden spannender Gespräche bewirken. Normale Lautstärke muss möglich sein. Toleranz und Gegentoleranz. Mein Verständnis endet aber, wenn bei nächtlichen inoffiziellen Sommerfesten respektols gelittert wird, Flaschen zerbrechen und Alkoholisierte in ihrem Rausch Urschreiwettbewerbe veranstalten. Schlafen wird so schwierig und die Alternative dazu – fernsehen bei offenem Fenster auch. Ich weiss, wovon ich spreche. Ich wohne neben einem (nächtlich) belebten Schulhaus.

St.Gallen Marktplatz: Wendehälse

Im Hintergrund liefen schon Detailplanungen. Die Sache schien geritzt. Schliesslich standen ausser der EVP und den GRÜNLIBERALEN alle Parteien hinter dem neuen Marktplatz von St.Gallen. Dann kam das Nein des Volkes. Der Stadtrat, der sich auf die Parteien gestützt hatte, steht nun vor einem Scherbenbenhaufen. Offenbar hörten nicht alle Parteien und Verbände beim Beschluss ihrer Parolen auf ihre Basis und liessen so die Regierung auf der sicheren Seite wähnen.

Hatten Linke und Grüne vor der Abstimmung keine Probleme mit Bäume fällen, Bushaltestellen abschaffen und Parkgaragen bauen, so drehen sie ihre Meinung nun plötzlich in Windrichtung. Schliesslich stehen irgendwann wieder einmal Wahlen an. Ein grosses Pfui für diese Wendehalspolitik. Der Scherbenhaufen wäre zu verhindern gewesen, wenn sie als gewählte Volksvertreter im Parlament entsprechend gehandelt hätten.

Ein neuer Marktplatz?

St.Gallens Marktplatz soll neu werden. Mit einer grossen Markthalle, einer Parkgarage, neuer Bushaltestelle, neuen Bäumen. Dafür werden alte Bäume gefällt, die Bushaltestelle Schibenertor wird gestrichen, Autos und die CALATRAVA-Halle verschwinden vom Platz. Der Bohl soll eine freie Piazza sein, für Cafés und Veranstaltungen (wohl nur bis 22:00 Uhr...).

Für die fast 40 Mio Franken teure Neugestaltung sind fast alle: Stadt, Gewerbe, Parteien (ausser glp) – auch Linke. Auf dem neuen Marktplatz könne man «Flanieren», «die Sonne geniessen», «gesund einkaufen» oder «im Regen tanzen» – Tätigkeiten, von denen man heute – so wird suggeriert – nur träumen könne... Andere Argumente scheinen die Befürworter nicht zu haben.

Anders die Gegner. MARCUS WALTENBERG aka DJ DEEPDEEPBLUE kämpft mit FACEBOOK, der Website www.wlc.sg, mit meiner Wenigkeit und viel Präsenz mit seinem KOMITEE VERNÜNFTIGER MARKTPLATZ wie David gegen die Vorlage Goliaths. Am 15. Mai wird darüber abgestimmt. Bei einem Ja wird erst mal bis 2016 gebaut. Bei einem Nein sind alle Türen für eine bessere Lösung offen.

Siehe auch den Plan B für den Marktplatz

Artikel aus dem ST.GALLER TAGBLATT

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Screenshot von TAGBLATT.CH

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ST.GALLER TAGBLATT

Eine italienische Piazza als Vorbild? Artikel aus dem TREND MAGAZIN von 2009

Nur noch Clubs in Industriequartieren?

Das KUGL sammelt zurzeit Unterschriften gegen den behördlichen und gerichtlich abgesegneten Entscheid, bereits um 1 Uhr jeweils schliessen zu müssen. Ein normaler Clubbetrieb ist so nicht mehr möglich, dem beliebten Lokal im St.Galler Güterschuppen droht die Schliessung. Auslöser war die Einsprache von ALEX KELLER, einem Nachbarn, der festgestellt hat, dass das KUGL in einer falschen Zone steht.

Wir unterstützen das KUGL. Es geht uns dabei nicht primär um das KUGL. Auch nicht darum, dass sich das KUGL im Speziellen für Jugendkultur einsetzt. Vielmehr stellt sich die Frage: Welches Bedürfnis ist höher zu gewichten: Das eines einzelnen, der auch am Samstag ab 22 Uhr seine Nachtruhe will oder jenes von hunderten, die gerne ihre strenge Woche ausklingen lassen wollen – wohlbemerkt in einem Lokal, das schon länger hier ist als der zugezogene KELLER. Oder: Muss, wer in ein Stadtzentrum zieht, nicht einen gewissen Lärmpegel akzeptieren? Mit einem gewissen Pegel ist Kollaterallärm gemeint, nicht absichtlich erzeugter, den uns der Anstand gebietet zu unterbinden.

Mich frierts beim Gedanken, dass dereinst nur noch in kühlen Industriequartieren, die nur mit dem Auto erreichbar sind, Clubs, Nachtbars und Discotheken eingerichtet werden dürfen. Die Unterschriftensammlung dauert noch bis zum 15. April.

Konzerte in St.Gallen?

Neben dem CASINO Herisau steht das PENTORAMA Amriswil immer öfter in den Agenden von grossen Schweizer und internationalen Musikacts. St.Gallen ist darin selten zu finden. Warum? Offensichtlich liegt es an fehlenden Hallen oder Sälen.
Auch Vereinen, Theatergruppen und anderen Kulturschaffenden fehlen Raüme für ihre Veranstaltungen. Für sie ist zudem wichtig, dass sie sich neben den Eintrittstickets auch über den Konsum von Essen und Getränken finanzieren können.

OLMA-Hallen? Sie sind für Veranstalter zu teuer und wenig geeignet. Zudem besteht ein Gastronomievertrag, welcher die Bewirtschaftung auf eigene Rechnung verhindert.

GRABENHALLE? Zu klein oder zu gebunden an einen "Hausherrn". Die Freiheiten sind auch hier eingeschränkt.

LOKREMISE? Nicht zu kriegen.

KREUZBLEICHE-Hallen? Stehen nicht zur Verfügung, obwohl sie in der Abstimmungsbotschaft ursprünglich auch als Eventlocation angepriesen wurden.

REITHALLE? Ungeeignet wegen des Bodens. Zudem steht auch sie nicht mehr zur Verfügung,

PALACE? siehe GRABENHALLE

Jede Halle in der Stadt wurde dem Volk vor der Abstimmung, um wohl mehr Ja-Stimmen zu erhalten, als möglicher Ort für Konzerte genannt: auch das ATHLETIK ZENTRUM, sogar das Stadion. Trotzdem finden darin keine statt. So müssen St.Galler halt auch weiterhin und wohl noch für längere Zeit aufs Land fahren, wenn sie in der Nähe Konzerte geniessen möchten.

OLMA: Sorry, es ist voll.

Das könnte es an der kommenden Olma vor den Hallen 4 und 5 heissen. Der Druck scheint zu gross geworden zu sein. Ständiges Lamentieren der auf Besucherzahlen kontrollierten Clubs und immer wieder geäusserte Sicherheitsbedenken liessen die OLMA-Vernatworlichen nun zum Schluss kommen: Die Hallen 4 und 5 werden auf ihre Belegung kontrolliert. Doch wie macht man das mit den vielen Eingängen? Ganz einfach, mit Videokameras. Wenn also die Kamera beim APPENZELLER-Stand oder die SCHÜGA-Kamera dichtes Stehen zeigen, gehen die Türen zu. Oder achtet man nur auf die Bilder des Weinbereichs in Halle 4, wo man sich noch joggenderweise fortbewegen kann? Man darf gespannt sein. Klar ist für viele: Ohne Zutritt in die Deguhallen kein OLMA-Besuch. Die Belegung der Hallen hat sich doch seit Jahren selber reguliert. Waren sie zu voll, blieben viele gerne freiwillig draussen.

Gesunder Menschenverstand

Ich schlittle gern. Es macht Spass, ist im Trend und vergleichsweise günstig. Noch. Denn auch vor diesem Freizeitsport macht der Sicherheitswahn keinen Halt. Man soll einen Helm tragen. Ich tue mich schon mit dem Velohelm schwer. Und natürlich braucht's in jeder Sportart einen anderen, damit die Wirtschaft etwas davon hat und wir zuhause Lagerplatz verbrauchen.
Man macht sich nicht gerade beliebt, löst teilweise heftiges Kopfschütteln aus, wenn man Argumente gegen Helme, gegen Rückenprotektoren oder gegen Licht bei Tag vorbringt, denn sich zu schützen ist im Trend.

Doch: Sind es nicht diese Sicherheitsmassnahmen, die uns in falscher Sicherheit wiegen lassen und uns die Hemmungen vor grösseren Risiken nehmen?  Im fetten, grossen Auto kann uns ja weniger passieren...
Sollten nicht alle fette Autos haben? Die Schwachen könnten ja verletzt werden. Und Fussgänger und Velofahrer sollten tagsüber auch Licht mit sich führen, sie könnten, da Autos ja beleuchtetet sind, übersehen werden. Wäre es nicht angenehmer und günstiger, wenn alle gleich schwach anstatt gleich stark wären?

Es gehört sich nicht, gegen etwas zu wettern, was die Allgemeinheit als gut für einen bezeichnet, wie z.B. auch Bildung – bis auch die Sekretärin der Dorfschreinerei in perfektem Englisch kommunizieren kann – dafür aber nicht mehr Tanne von Fichte zu unterscheiden in der Lage ist. Oder sich niemand mehr zum Kinder hüten findet, weil jeder, der Talent und Freude daran hätte – die Qualifikation nicht besitzt. Ich hätte gerne ein Unternehmen im Bildungs- oder Sicherheitsbereich. Diese werden wunderbarstens subventioniert...

Gesunder Menschenverstand. Der sollte wieder mehr gefragt sein, weniger Papiere und weniger Helme...

Rauchverbot in Clubs und Restaurants

Im vergangenen Herbst hat das St.Galler Stimmvolk mit einer Zweidrittelmehrheit der Initative der Lungenliga für einen strengeren Schutz gegen Passivrauchen klar zugestimmt. Dieses wird nun auf den 1. Juli umgesetzt. Ab dann wird es keine Ausnahmen für Raucherbeizen, -bars und -clubs mehr geben im Kanton St.Gallen. Auch im BRÜHLHOF St.Gallen wird die Sicht dann klarer. Fumoirs sind weiterhin zugelassen, wenn sie nicht bedient werden. Lästig für die Gastrobranche: hat man vor kurzem erst gerade teure Raucherbars und -lounges mit Theken eingebaut, so muss die Theke nun wieder raus – ausser man bedient dort nicht. Weitsichtige Wirte haben gleich von Beginn an auf Theken in Fumoirs verzichtet, andere können sie leicht wieder ausbauen.

Man mag sich über solche Vorschriften ärgern. Aber: es ist ein Mehrheitsentscheid. Auch Raucher zeigen sich hinter vorgehaltener Hand nicht undankbar – ist doch dieses Gesetz für den Schutz vor Passivrauchen für sie ein Grund mehr, sich endlich von dieser lästigen Sucht zu befreien. Ich wünsche alle denen viel Erfolg und auf dass sie sich im Ausgang in unseren stimmungsvollen Lokalen auch ohne Glimmstengel prächtig amüsieren können!

St.Gallen und der Veloverkehr

Irgendwie passt das nicht. Die Stadt ist topografisch schon nicht velofreundlich gelegen. Doch man macht es den umweltfreundlichen Zweirädern auch sonst nicht leicht in dieser Stadt. Die grössten Mängel sind: Lange Rotphasen bei Velolichtsignalen, Radwege auf Fussgängerebenen, Randsteine, zu schmale Fahrspuren oder zu enge Kurvenradien. Kürzlich wurden ein paar neuralgische Kreuzungen baulich optimiert. Dabei wurde für Velofahrer allerdings Einiges verschlechtert. Was mich betrifft: Will ich vorwärtskommen, fahre ich auf Autospuren. Die bieten Platz, haben Vortritt, mehr grün und sind meistens die kürzeren Wege.

Mein Vorschlag: Schafft Radwege, Radstreifen, Velolichtsignale, Rämpchen und Inseli ab und lasst doch die Velofahrer offiziell sich in den Autoverkehr integrieren. Die Vorteile? Gemeinsam mehr Platz, baulich günstiger, Velos können schneller fahren, verkehrsberuhigend und zukunftsweisend weil immer mehr Velofahrer ohnehin nicht Platz hätten auf den Velowegen. Und weil der Geschwindigkeitsunterschied zwischen zu Fussgängern grösser ist als zu Innerorts-Autos ist es gefährlicher, Velos auf Trottoirs zu verbannen.

Zur Erinnerung: St.Gallen hat die Städteinitiative zur Förderung von ÖV und Langsamverkehr angenommen. Für mich ist das Velo ein Verkehrsmittel und kein Ding zum Schleichen!

Nachtruhe wichtiger als St.Gallerfest

Am 15. und 16. August 2009 findet das alljährliche «St.Gallerfest» statt. Die Altstadt wird ohne Zweifel rammelvoll sein. Auf dem Programm stehen auch viele Showacts. Doch im Vergleich zu Festen andere Städte fehlen nationale Grössen. Okay – damit lässt's sich leben. Doch dass am Freitag bereits um 1 Uhr und am Samstag um 2 Uhr Schluss ist – ist einer Stadt wie St.Gallen unwürdig. Luzern feiert bis 4 Uhr. Das Winterthurer «Albanifest» dauert ebenfalls bis 4 Uhr, das «Thunfest» bis 3 Uhr. Gegenüber letztem Jahr wurde die St.Galler Nachtruhe gar um eine halbe Stunde vorverlegt, Begründung: Rücksicht auf die Anwohner. Wer in einem Stadtzentrum wohnt sollte mit solchen Anlässen leben können oder sonst die Wohnung mit meiner tauschen – oder wir lassen das St.Gallerfest bei mir im Neudorf steigen... Gerne rufe ich an dieser Stelle nochmals das Motiv der Stadt für die Entfernung der CALATRAVAHALLE in Erinnerung: Man möchte einen grossen Platz für Events und pulsierendes Stadtleben...

Warum denn so kompliziert?

FACEBOOK. Es ist schon unheimlich, wie sich nun alle an FACEBOOK werfen. Wo früher eine eigene www-Website stand, später eine MYSPACE hinzugefügt wurde, setzen Künstler, Veranstalter, Clubs und alle, die etwas von sich halten, nun auch noch FACEBOOK hin. Das Ergebnis bei soviel Webpräsenz? Man hat gleich drei Plätze zu unterhalten.

Kaum einem ist es bewusst, dass MYSPACE und FACEBOOK, im Gegensatz zum eigenen Server, Anlagen sind, wo man sich sozusagen zur Untermiete einrichtet – zu Bedingungen des Vermieters. Dieser weiss sehr wohl, warum er seine Wohnung gratis anbietet – aus Nächstenliebe sicherlich nicht. Gut sei also beraten, wer sich dessen bewusst ist und nicht einseitig und voll auf diese beiden setzt, denn vielleicht wird die daraus entstandene Abhängigkeit eines Tages ausgenützt.

Marktplatz ohne Calatrava-Halle?

Eine grosse Piazza für St.Gallen?

Stadtgespräch Nummer eins ist in St.Gallen die Neugestaltung des Marktplatzes und die mögliche Entfernung der beliebten CALATRAVA-HALLE. Der Platz sollte belebt sein, lautet der Wunsch und in diesem Zusammenhang wurden schon italienische Plätze als Vorbild genannt.

marktplatz siena
Auch in Siena würde die CALATRAVA-HALLE stören – nur: da fahren keine Busse durch...

Weiterlesen: Marktplatz ohne Calatrava-Halle?

Vor Mitternacht nichts los

Immer wieder ist von Clubbesitzern das gleiche Lamento zu hören: Die Gäste kommen zu spät. Selten ist ein House-Haus vor Mitternacht voll. Viele kommen erst noch später. Warum wohl? Sie wurden dazu erzogen. Wer seinen Gästen vor 23 Uhr kein Programm bietet, kann sie dann auch noch nicht erwarten. Da bringt es wenig, wenn z.B. für die Vorpräsentation der «Mister-Schweiz»-Kandidaten der Zeitpunkt 20:30 Uhr ins Programm gedruckt wird, wo doch alle wissen, dass die Beaus nicht vor halbeins auftreten werden. Wagt es doch mal, euren Headliner-DJ um 22 Uhr auflegen zu lassen! Wer dann zu spät kommt, wird daraus vielleicht seine Lehre ziehen. Ältere Semester erinnern sich noch an Schlagen vor Discotheken vor 21 Uhr – und der Polizeistunde um 2 – allerspätestens. Das hatte durchaus Vorteile: Das Lokal war durchgehend gefüllt und die Besucher hatten noch etwas vom Sonntag.

Wir sind alle gleich

In der übrigen Schweiz haben St.Galler den Ruf, dass man von ihnen während der Olma nichts verlangen könne. Dem mag so sein. Wir feiern gerne. Das Besondere an der «Olma» ist, dass wir schon am frühen Abend einsteigen können und nicht erst bis Mitternacht zu warten brauchen, bis die Lokale voll sind und der Stimmungspegel hoch ist. Noch etwas zeichnet die «Olma» aus. An deren Ständen, Beizli und improvisierten Lokalen gibt es keine VIP-Zonen, keinen Himmel oder Ähnliches. Der ewige Wettbewerb um Zugang zur erlauchten Gesellschaft der mehr besseren entfällt. Gut möglich, dass es einen am Tresen neben den Stadtpräsidenten verschlägt. Und in den Deguhallen sind ohnehin alle Duzies miteinenader. Oder man trinkt zusammen mit der Appenzeller Regierung (vielleicht ohne dies zu bemerken).

Ich wünschte mir diese lockere und menschlichere Kultur auch für das nächtliche Clubleben. Ich sitze dort zwar vielfach im Himmel oben, schaue durchaus gerne mal runter, treffe dort Leute, dich ich kenne, kann aber mit der dort herrschenden und zelebrierten Dekandenz wenig anfangen. Wirklich spannende Leute lassen sich auch unter dem Fussvolk kennen lernen. Vielleicht würde es mancher Clubatmosphäre gut tun, wenn es die Zweiklassengesellschaft nicht gäbe und somit auch keinen Wettbwerb und keine Schleimereien, um in die Oberklasse zu gelangen.

(TREND MAGAZIN 2008-11)

Rauchverbot: Das Thema Nr. 1

Das Rauchverbot ist nach wie vor heiss diskutiertes Thema. Unschön daran ist vorallem der wettbwerbsverzerrende Vollzug. Von Gleichbehandlung kann keine Rede sein. Es ist nicht ersichtlich, nach welchen Kriterien die Lokale bestimmt wurden, die weiter bequalmt werden dürfen. Gab es da Freundschaftsdienste? Statt Zigaretten rauchen nun Köpfe.

Raucher müssen nach draussen oder ziehen sich in die Rauchghettos (sprich Fumours) zurück, in denen selbst sie leiden. Dass meiner einer als Nichtraucher am Gesetzt zum Schutz vor Passivrauchen Gefallen findet, ist hinlänglich bekannt und nachvollziehbar. Doch selbst gestandene Raucher reduzieren inzwischen ihre Hasstiraden gegen diese Vorschrift. Sie durchlaufen einen Lernprozess. Spätestens beim Betreten eines Fumours wird ihnen bewusst, wie sich ihre nicht aktiv rauchenden Freunde in all den Jahren ihnen im Ausgang – manchmal vielleicht murrend, aber meistens selbstverständlich, aber still leidend untergeordnet haben. Viele Raucherinnen haben mir erzählt, dass Ihnen jetzt klar wird, wie unüberlegt und selbstverständlich sie jeweils ihre Stengel anzünden. Und dank dem Gesetz beginnen sie wieder bewusster zu Rauchen. Sie versuchen, ihre Sucht zu reduzieren, damit sie diese wieder als Genuss wahrzunehmen vermögen.

Für gesunderen Ausgang

Vorbei sind die Zeiten, als man sich nicht in die allerfrischeste Kleidung für den Ausgang warf, wo sich die man zähneknirschend aber höflich ja zu sagen hatte, wenn ein Raucher fragte, ob er eine anzünden darf. Die meisten fragten ohnehin nie. Der Anblick von Aschenbechern während des Essens ist Geschichte, die Gefahr von Barndlöchern in Jacken Vergangenheit. Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Das Rauchen von speziellen Zigarren kann ein Genuss sein, wie das Trinken eines erlesenen Weins. Das Anzünden von Zigaretten im Stundentakt  (oder Viertelstundentakt) ist aber auch für den Aktivraucher viel eher eine Last, auch wenn er dies nie zugeben würde. Würde einer täglich drei Shots kippen, würde er als Drogenopfer eingestuft. Natürlich ist der Alkohol eine gesundheitlich noch bedenklichere Droge. Unter Passivtrinken hat aber noch niemand gelitten. Und darum geht es vorallem beim Rauchverbot. Wer Rauchen möchte oder muss, soll dies tun. Er soll aber andere nicht dazu zwingen, mitzurauchen. In der Schweiz sterben jährliche mehrere hundert Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Ist Mode Uniform?

Man würde denken nein. Auch nicht, wenn man die saisonalen Modepostillen durchblättert. Steht man allerdings konkret – in meinem Fall – in der Herrenabteilung eines grossen Warenhauses, macht sich schon etwas Ernüchterung breit. Unsere weiblichen Mitmenschen können aus einer viel grösseren Auswahl schöpfen, ihrem Typ entsprechend nach Lust und Laune sich etwas zusammenstellen.

Ich wollte eine Jacke kaufen. Während eines Städtetrips verschlug es mich in Hamburg in ein Warenhaus mit Markenrayons – da sollte man doch etwas finden können. Günstig, zweckmässig, modisch, aber nicht stromschwimmend sollte meine Jacke sein. Doch ich fand quer durch alle Labels nur Einheitsbrei vor: Militarylook ohne Ende. Müssen denn alle dasselbe tragen? Ist Mode also doch Uniform? Die Antwort lautet leider ja. Individuen, die sich etwas akzentuieren möchten, haben es immer schwieriger. Bekleidung, die ausserhalb der aktuellen Welle liegt, wird auch zunehmend teurer. Da hilft nur, Altes nicht wegzuwerfen…

Frauen haben es auch in einem zweiten Punkt einfacher. Die heissen Tage kommen bestimmt. Als Mann bleibt einem nur der neidische Blick, wenn Frauen aus einer ganzen Palette von Tenue-Erleichterungsmöglichkeiten schöpfen können. Unsereiner wird schief angeguckt, wenn er mit Shorts zu einem Meeting erscheint – darüber sehe ich – schon ab 15 Grad kurz tragend – locker hinweg. Ich war 300 Diensttage unformiert, mehr müssen es nicht sein.

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