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Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

St.Gallen Bahnhof Nord: Ergebnis Testplanung

Im Grundsatz auf meiner Linie

Das Resultat des Testplanungsverfahrens der Stadt St.Gallen für den Bereich Bahnhof Nord kommt meiner Idee ziemlich nahe, vor allem was die hohe Nutzung betrifft, das freut mich. Es teilt verschiedene der Ideen aus meinem Plan vom Mai 2016. Kernpunkt ist der zweite Turm als Ergänzung zum FHS-Tower und die Absicht, Plätze mit Aufenthaltswert zu definieren.

Villa Wiesental Bahnhof Nord St.Gallen Fachhochschule Turm

Der Vergleich im Detail

Bahnhof Nord St.Gallen TestplanungErgebnis der Testplanung

St.Gallen Bahnhof Nord Alternativ Vorschlag
Mein Plan vom Mai 2016



Der Turm (dunkelrot)

Ein Muss, steht doch durch einen zweiten Turm der FHS-Tower weniger isoliert, wodurch er sich auch nicht mehr so stark akzentuiert. Der bestehende Turm ist zwar nicht gerade preiswürdig, ich könnte mir aber einen zweiten identischen im Sinn eines Gesamtbildes gut vorstellen.

Der Bahnhofnordplatz (rot umrahmt)

Ich nenne ihn mal so – er bräuchte natürlich einen klangvolleren Namen. Seine Platzierung zwischen Lokremise, Klubhaus und zweitem Turm («Plaza Mayor» im vorliegenden Projekt) hat den Vorteil, dass er allseitig von Fassaden umgeben ist, was den Platzcharakter unterstreicht. Arkaden verstärken dies. Ein Platz sollte aber kein Park sein. Die vielen Bäume verhindern eine gewünschte städtisch urbane Wirkung. Der Verdacht liegt nahe, dass hier der Wunsch nach Grün und der Bedarf nach einem Platz vereinigt wurde – das Resultat, es ist keines von beidem. Weniger, dafür grosse Bäume wären hier besser.
Trotzdem: Praktischerweise gehört der Bahnhofnordplatz zum Bahnhof und somit zur Ausgangsrampe zwischen beide Türme. Er ist der erste Eindruck, den Ankommende nach dem hochkommen von der Rampe von St.Gallen erhalten.

St.Gallen Bahnhof Nord zweitger Turm Lagerstrasse
Mein Beispiel des Bahnofnordplatzes hat bezüglich Gestaltung noch viel Spielraum nach oben. Im Vergleich zur "Plaza Mayor" ist seine Form wenig definiert. Ein entsprechender Bodenbelag und Stufen statt Gefälle könnte hier einen Platzcharakter betonen.

Nachtrag 3.9.2019

Natürlich nicht verbindlich, aber vielsagend: Auch in den (übrigens sehr gelungenen) Visualisierungen von Smart City sieht die Stadt offenbar eine dichte und hohe Bebauung an der Lagerstrasse anstelle des aktuellen Hinterhofcharakters.

smartcity


Der Park (grün umrahmt)

Den Bezug von der Lokremise zu den Gleisanlagen des Bahnhofs halte ich für wichtig. Diese Fläche sollte keinesfalls überbaut werden. Als Park bietet sie sich darum geradezu an. Gegen ein weiteres Gebäude zwischen dieser Freifläche und einem Klubhausplatz ist hingegen nichts einzuwenden. Ich halte aber ein offen wirkendes Erdgeschoss in Richtung Gleise für wichtig, um eine Hinterhofwirkung zu vermeiden.
St.Gallen Lokremnise Innenhof Banhnhof Aussicht
Wichtig ist eine freie Sicht aus der Lokremise auf den Bahnhof. Nach dem vorliegenden Porjekt ist diese eingeschränkt.


Rosenbergstrasse-Platz (orange umrahmt)

Die Qualität dieses Platzes wurde erkannt. Er wurde sogar vergrössert auf Kosten des Visana-Hauses. Es ist hingegen kaum anzunehmen, dass deren Besitzer es bald abzureissen gedenken. Realitätsblindheit kann also nicht nur mir vorgeworfen werden. Der Park darf auch ein Pärkli sein, aber eines mit Platzcharakter, beschriebven wie die "Plaza Mayor" im Projekt.


Haus Montana

Anstelle der Brachflächen und dem Haus Montana wäre hier ein grossvolumiges Gebäude vorgesehen. Dessen Proportionen stehen aber im Gegensatz zur (vergleichsweise) Kleinteiligkeit der Zeile auf der Nordseite der Rosenbergstrasse. Die Fassade des Montana gilt es würdig zu ersetzen. Ich hätte sie gerne erhalten. Eine weitere geschlossene und überdimensionierte Fassade wie jene der Fachhochschule erträgt die Rosenbergstrasse nicht.

rosenbergstrasse St.Gallen Haus Montana
Der Rosenbergstrassenplatz (Arbeitstitel) am letztjährigen Rosenbergfest. In Bildmitte das Haus Montana mit seiner markant verzierten Fassade.


Lagerstrasse

Mag sein, dass es am Namen dieser Strasse liegt, dass an ihr schmalspurig und klein geplant und gebaut wird (was allen eingegebenen Projekten zu entnehmen ist). Das missglückten «KV-Gebäude» gegenüber der Lokremise in die Planung aufzunehmen und es gar in der Fortsetzung der Lagerstrasse zu zitieren wäre ein unverzeihlicher Fehler. Davon ausgehend, die Lagerstrasse wäre nach einer grossen Persönlichkeit benannt, kein Planer würde ihr die Rückseite eines Hauses zuwenden. Folgerung: Die Zeile zwischen Klubhaus und FHS-Tower gehört städtisch urban gestaltet, mindesten so hoch wie der FHS-Sockelbau. Ich bin hier für maximale Nutzung. Der Hauptbahnhof ist teil des Stadtzentrums – kein Vorstadtquartier.

Parkgarage

Als Ersatz für die zu überbauenden Parkplätze ist von einer neuen Parkgarage die Rede. Sie solle über die bestehende Garage der Fachhochschule erschlossen werden. Als Alternative schlage ich eine Einfahrt für beide Garagen im Bereich Klubhaus vor. So kann die Lagerstrasse für Busse und Langsamverkehr freigehalten werden. Als nebeneffekt wäre die zufahrt zu den Kurzzeit- und Abholparkplätzen eindeutiger.

St.Gallen Bahnhof Nord Zufahrt Parkgarage


Gesamtwirkung

Was ich vorhin über die Lagerstrasse ausgeführt habe, gilt umso mehr für die Gleise. Hier treffen Besucher und Durchreisende auf das Zentrum der Stadt St.Gallen – das sind mehr Menschen als auf jeder Strasse. Dass die Fassaden gegen Gleise (schwarz im Bild unten) hofseitig wirken, ist leider an vielen Bahnhöfen und an Bahntrassen festzustellen. Dieser Fehler tritt auch im vorliegenden Testplan auf. Auch meinem Parteikollegen Marcel Baur ist dies aufgefallen. Der Titel «Es bleibt hinter den Gleisen» über seinem Kommentar zu diesem Projekt kommt nicht von ungefähr. Und wenn er schreibt, er vermisse «den grossen Wurf», so muss ihm Recht gegeben werden. Die Richtung stimmt, restlos überzeugend ist dieser Vorschlag jedoch noch nicht ganz.

St.Gallen Bahnhof Nord ÜberbauungUnbefriedigend im Testplanungsprojekt: Die Hinterhofwirkung Richtung Gleis

Unbeantwortet bleibt für mich der Bezug zum Leopard und zur Kreuzbleichekreuzung. Eine Aufstockung und Fassadenumgestaltung des Leopards wäre im Sinn eines gelungenen Gesamtbilds und eines Abschlusses der City gegen Westen.

Villa Wiesentalk St.Gallen Leopard Bahnhof NordVorschlag Aufstockung und Umgestaltung Leopard nach einer Idee des Vereins "Villa Wiesental"


Noch ein Wort zur Fernbushaltestelle

Auch die Stadt St.Gallen kann sich dieser Entwicklung nicht verschliessen. Fernbusse kommen, auch wenn die nicht zu begrüssen ist. Eine entsprechende Haltestelle mit zugehöriger Infrastruktur  ist in diesem Bereich vorzusehen. Mein Standpunkt ist jedoch: Fernbusunternehmen, welche diese (oder jede andere) Haltestelle anfahren, haben die Kosten für deren Bau, Unterhalt und Bereitstellung zu tragen. Diese Regelung sollte im Sinn der Gleichbehandlung aller öffentlichen Verkehrsmittel bundesweit aufgenommen werden.

 

Mein Vorschlag zur Gestaltung des Bereichs Bahnhof Nurd und der Kreuzbleichekreuzung

Bahnhof Nord St.Gallen Testplanungsverfahren - Studienauftrag auf Einladung Bericht des es Beurteilungsgremiums

 Es war einmal...

 

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