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Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

Quartierentwicklung St.Fiden: Testplanung liegt vor

Noch dichter, noch höher, noch grüner

Die Ergebnisse der Testplanung liegen vor. Dabei zeigt sich, wie unvoreingenommen extreme Planer hier ans Werk gegangen sind. Das mag einschneidend sein, aber auch neue Sichtweisen öffnen.
Die Resultate sind urbaner und städtischer, als ich es mich getraut habe, in meiner Skizze aufzunehmen. Ich befürworte diese Entwicklung in vollem Umfang. Wir leben in einer Stadt. Der Raum ist begrenzt, zumal wir den grünen Gürtel erhalten wollen. Daher sollte der Stadtraum möglichst gut und sinnvoll genutzt sein.

 

Vier Teams wurden von der Stadt eingeladen, ihre Ideen aufzuzeigen. Jedes Team bringt Ansätze, welche weitervefolgt werden sollten. Eine Vereinigung der besten Ideen in einem Projekt wünschenwert.

Präsentation der Stadt zum Ergebnis der Testplanung

 

Am wenigsten radikal ist der Vorschlag von Team Harder Spreyermann. Mir gefällt die Wiederherstellung des grünen, bewaldeten Steinachtals. Ich gehe mal davon aus, dass man die Bebauung der Harzbüchel-Autobahngalerie technisch geprüft hat. Mir gefällt diese Idee. Das Tal wird betont, auch die Strassenräume an dessen Rändern. Ob allerdings seitens des Astra eine Einwilligung zur Überbauung der Autobahn kommt, bezweifle ich. Die Sanierung der A1 steht an. Solche Ideen müssten sicher einfliessen, will man ihre Realisierung für die Zukunft offen halten.

Interessant ist die Wiederherstellung der alten Splügenbrücke als Verbindung vom Langassquartier ins Spital. Diese ermöglicht auch eine direktere Verbindung vom Bahnhof St.Fiden zur Olma. Genial. Auch der Erhalt der alten Passerelle – ich hoffe, dass es die alte ist. Gefällt mir. Der Vorschlag dieses Teams könnte durchaus den Gefallen einer breiten Mehrheit finden.

Beim Team KCAP sind die Eingriffe weniger einschneidend. Auch hier fällt eine neue Quervebindung auf der Höhe der alten Splügenbrücke auf. Das Potential eines möglichen Bahnhofplatzes auf der Nordseite wurde erkannt und aufgegriffen. Ein markantes Gebäude vor einem Platz, der auch als ÖV-Knoten dienen kann kommt meiner Idee eines Bahnhofgebäudes mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sehr nahe. Die Migros am Nordrand des Platzes ist rückseitig so in den Hang versenkt, dass sich die darüber erstellten Wohnbauten gut ins Wohnquartier eingliedern.
Allgemein ist die neue Bebauung ist äusserst dicht und hoch, möglicherweise zu erdrückend neben der gewachsenen Quartierstruktur.

Diese greift das Team Morger besser auf. Man setzt bei den Neubauten auf Blockrandbebauung und ergänzende Zeilen, zeichnet also die bestehende Strukturen fort. Auf dem Talboden entlang der Bachstrasse wird auch hier sinnvollerweise auf hohe Dichte gesetzt. Und auch Morger überbaut die untere Lindentalstrasse, die bisherige Bahnhufzufahrt dicht, so dass die die Gleise in eine Schlucht zwischen hohen Bauten zu liegen kommen. Das Tal wird so stärker akzentuiert.

Diese Bebauung gefällt mir generell. Sie füllt den Schwachpunkt meines Plans. Die Alte Bahnhofzufahrt und den eigentlich nicht mehr benötigten Bahnhof, den ich aus eisenbahnromatischen Gründen erhalten wollte, würde bei meiner Version wohl zu einem Ghetto verkommen, wenn keine sinnvolle Nutzung gefunden würde – und eine solche wäre unterer der Überdachung schwierig. Klar habe ich an Parkraum oder gewerblichen Lagerraum gedacht, der nicht zwingend auf Tageslicht angewiesen ist. Die von einigen Teams vorgeschlagene Überbauung des Raum zwischen Autobahn und Gleis 1 muss weiterverfolgt werden!

Beim Team Salewski & Kretz sind die einzelnen Baukörper weniger miteinander verbunden. Diesem Ansatz kann ich weniger abgewinnen. Dafür hat dieses Team meine Idee mit dem Quartierweiher an der Stelle der aktuellen Migros.aufgegriffen.

Wurde in meinem Plan die Hochhäuser kritisiert, so stelle ich fest, dass die vorliegenden Ideen noch weitaus dichter sind. Diese Dichte tut einer Stadt gut, ist auch notwendig für die Finanzierung von Teilüberdeckungen, komplexen Fundationen sowie Parks und anderen Anlagen, welche keine direkte Rednite abwerfen.

Eine Einhausung von Autobahn und Eisenbahn sei aus 2 Gründen nicht näher geprüft worden:

  1. Zu teuer. Ich komme bei meiner Variante auf 450 Mio. Franken. Wenn man Vergleichsobjekte nimmt, siehe hier. Das ist ein sehr hoher Betrag. Das Kosten-Nutzenverältnis ist aber klar besser als beim 1.2 Mia. Autobahntunnel unter dem Güterbahnhof hindurch.
  2. Städtebaulich. In diesem Punkt muss ich den Planern recht geben. Das Tal als solches wird mit einer Überdeckung nicht mehr in Erscheinung treten, wie man es bis anhin kennt. Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass die Option einer Überdeckung nicht verbaut werden darf.

Revidierter Plan meiner Idee aufgrund neuer Erkenntnisse hier.

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