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Vorwärts

Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

St.Gallen: Parkgarage Schibenertor

Eine Rambla in St.Gallen – eine Sommeridee?

Die fünf Platanen beim Schibenertor sind die einzigen grossen Bäume in St.Gallens Zentrum. Während in anderen Städten ihr Schatten wohl zu einem Feierabendbier oder zu einem Nachmittagskaffee einladen würde, dienen diese Bäume in St.Gallen nur als Schattenspender für Parkplätze!

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parkgarage einfahrt ohne dach mit baeumen

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Raus aus dem Nebel

Dass der Nebel vermehrt auch bei uns in St.Gallen Einzug hält, haben wir wohl dem Klimawandel zu verdanken. Glücklicherweise ist es auf die Anhöhen der Voralpen oder auf die Gipfel des Alpsteins nicht weit, um wenigstens ab und zu dieser stimmungskillenden Suppe zu entfliehen.

Oder man macht es sich zuhause wieder gemütlicher, zu Spiel- oder Filmabendenden – oder einfach zu Homeparties. Noch lustiger sind solche, wenn sie spontan organisiert werden. Mir ist Spontanität lieber, als die lange Suche nach einem Termin in vielleicht drei Wochen, mit der Option, dass man vielleicht noch etwas Dringendes einschieben muss und bei schönem Wetter ohnehin etwas andere vorhat...

Wie häufig hängt man 30 oder mehr Minuten am Telefon?! Diese Zeit könnte man mit seinem Nicht-Gegenüber auch in einem Café sitzen und sich physisch unterhalten. Zeit für Solches muss sein. Das tut gut. Es gibt viele Leute in meinem Umfeld, die würde ich liebend gerne wieder einmal live erleben. Doch fragt man sie nach einem Treffen, hört man Datumsvorschläge ab frühestens drei Wochen und dann mit Einschränkungen. Warum? Aus Angst, man würde sich die Agenda zubauen. So geht es doch allen! Warum also nicht mehr Spontanität? Kommt mit Speis und Trank vorbei und klingelt einfach. Wie früher.

Olma: Der Ausgang beginnt früh...

... während der «Olma». «Olma» das sind längst nicht nur die stets gut gefüllten Degustationshallen. Dazu gehören auch die Zelte und Bauten zwischen dem Messegelände und der Altstadt: RADIO CITY, ALP7, TONHALLE, CONCERTO, «Talhoffestival» und natürlich der ganze Jahrmarkt. Die Schlangen vo den Eingängen können lang sein – was soll's, draussen ist noch Jahrmarkt. Auch die Clubs und Bars der Stadt haben früher Grossbetrieb.

Wer um 18 Uhr in die Runde beginnt, ist einer der letzten. Aber selbst die Spätzünder kommen auf fünf Stunden Ausgang, wenn sie bis 22 Uhr durchhalten. So bleibt trotz allem genügen Erholungszeit, um morgens wieder ausgeruht dem Job nchgehen zu können. Wäre es nicht schön, auch an gewöhnlichen Samstagen die vielleicht 6 Ausgangsstunden früher ansetzen zu können? Wenn die Clubs schon um 21 Uhr, statt erst um 1 Uhr voll wären? Man um 2 statt um 5 nach einem erfüllten Abend nachhause gehen könnte? Einen ganzen, statt eines halben Sonntags vor sich hätte?

Der Sommer ist bald zu Ende

Bald und nicht jetzt, weil für mich die Astronomie, also der er 21. September, zählt und nicht der von den Meteorologen künstlich definierte Herbstbeginn, der auf die ebenfalls durch den Menschen definierten Monatswechsel abgestimmt ist. Im Gegensatz zu anderen Masseinheiten wie Meter, Gramm oder Liter hatte die Menschheit bei der Festlegung von Zeitmasseinheiten ohnehin keine glückliche Hand. Ein Tag hat 10 Stunden à 100 Minuten à 100 Sekunden – wäre doch viel praktischer... Ich schweife ab.

Solange es noch warm ist, geniessen wir den Sommer, gehen raus, geniessen die Biergärten, die Berggipfel oder die letzten Sommerfestivals – einige kommen noch.
Trotzdem: der Sommer ist bald zu Ende. Wir blicken zurück auf die schöne Zeit an Stränden, in Biergärten, auf Berggipfeln und an die Sommerfestivals.

Neben den viele schönen Eindrücken sind mir aber auch die Bilder der Abfallberge danach geblieben. Ich habe das Sittertobel nach dem Openair gesehen. Erschreckend. So sah auch ein Slumquartier auf Haiti nach dem schweren Erdbeben aus.

Es soll sich niemand über hohe Ticket- und Konsumationspreise beschweren. Was da alles liegen gelassen wurde: Zelte, mutwillig zerstört, damit eine weitere Benützung ausgeschlossen ist, Schlafsäcke, Klappstühle, Schuhe, Kleider, noch verpackte Grilladen und Getränke, natürlich auch angefangene... Das müsste nicht sein!

Die Gleichgültigkeit vor allem der jungen der Menschen ist besorgniserregend. Was mich betrifft: Mein Zelt ist bald 20 Jahre alt, hat schon zahlreiche Openairs, Velotouren, eine US-Nationalparktour und viele Zeltwochendenden überlebt. Gleiches gilt für meinen Schlafsack und auch für viele andere Dinge in meinem Haushalt. Was seinen Zweck erfüllt, noch intakt ist und gut aussieht, braucht nicht ersetzt zu werden. Gut möglich, dass ein paar Chinesen vielleicht meinetwegen arbeitslos sind, dafür spare ich Ressourcen und schone so die Umwelt. Und: Ich stehe vor einem Openair auch nicht unter Druck, noch auf die Schnelle eine Ausrüstung zusammen kaufen zu müssen. Ich schweife schon wieder ab.

Was wollte ich eigentlich schreiben? Wir sollten die verbleibenden Sommertage für schöne Ausflüge nutzen. Der Tag hat ja nur 10 Stunden...

Etwas Wirtschaftskunde

Ich verstehe es nicht. Man hört immer wieder von Streiks in traditionellen europäischen Autowerken. Menschen gehen auf die Strasse, um gegen die Streichung ihres Arbeitsplatzes zu demonstrieren. Doch warum werden die Arbeitsplätze abgebaut oder muss ein Werk geschlossen werden? Wohl weil diese Autos oder Produkte zuwenig verkauft werden. Was darf man nun als betroffener Arbeitnehmer vom Werk oder vom Staat erwarten? Das weiter fürs Lager produziert wird? Oder dass der Staat die nicht gewollten Produkte übernimmt? Und was soll dieser damit? Sollten nicht die Angestellten selber ein Auto aus eigener Produktion einem günstigeren asiatischer Herkunft vorziehen?

Das Beispiel der Autoindustrie lässt sich natürlich auf jeden anderen Industriezweig übertragen. Sobald wir ein Produkt kaufen, das mit einem wesentlich tieferen Stundensatz wie dem unsrigen hergestellt wurde – z.B. in China – gefährden wir indirekt unseren Arbeitsplatz, wenn China nicht zum gleichen Gegenwert Waren aus der Schweiz bezieht.

Das Prinzip ist einfach: gebe ich dir, gibst du mir. Wenn dieser Handel einseitig wird, kippt das System, siehe Spanien und Griechenland, welches 2010 dreimal mehr importierte als es exportieren konnte.
Warum ich das schreibe? Weil ich es nicht mehr hören kann, dass an allem immer die anderen, der Staat oder sonst eine höhere Gewalt schuld sein soll...

Oktoberfeste überall

Und alle Veranstaltern bedienen sich am grossen bayrischen Vorbild. Warum auch nicht! Wenn's denn gefällt, sich einmal im Jahr mit Brezn, Hendl, Schweinshaxn, Weisswurscht und grösseren Biergläsern zu ernähren... Nicht so in St.Gallen. Hier belegt die «Olma» diesen Termin. Nicht wenige St.Galler sind während den mittleren beiden Oktoberwochen schlecht erreichbar...

Das Fest um die Landwirtschaftsmesse erfreut sich zusehends auch bei Nicht-St.Gallern grösserer Beliebtheit. Bei diesem grossen Zulauf haben es Preistreiber, welche das 3-Dezi-Bierplatsikbecherli für satte 8.50 Stutz und das Cola für 7.50 verkaufen, natürlich leicht. Obwohl alle reklamieren, war die Schlange vor besagtem Zelt letztes Jahr nicht kürzer. Und solange dies so ist, findet ein geschäftstüchtiger Veranstalter natürlich keinen Anlass, seine Preispolitik zu ändern. Dieses Jahr greift nun auch RADIO FM1 mit einem Pavillon an der Sonnenstrasse vor dem Restaurant CANDELA ins Geschehen ein. Und die Preise in dieser «Radio City» sollen gemäss Ankündigung nicht auf diesem hohen Niveau liegen, obwohl auch hier DJs auflegen.

Sorgloses Leben

Kann mir jemand erklären, warum die Olympischen Sommerspiele voll in die Ferienzeit programmiert wurden? Viel konnte ich davon nicht sehen. Ich verbrachte meine Ferien im Süden, was eigentlich bei den klimabedingt immer wärmer werdenden Sommermonaten immer weniger nötig wäre.

Überhaupt hat der Klimawandel viele positive Seiten. Der Sommer wird länger, Palmen haben eine grössere Überlebenschance im Winter und die Kosten für Heizung und Schneeräumung sinken. Man sollte diese Entwicklung nicht bekämpfen, zumal dies stets mit lästigen Einschränkungen verbunden ist. Sparsame Autos sind ohnehin schwach, unsicher und zu klein.

Kinder hat unsereiner ja ohnehin keine, um deren Zukunft wir besorgt sein müssen. Unsere Renten werden durch die Zuwanderung und deren Nachwuchs finanziert und wie es um deren Zukunft aussieht, muss uns nicht interessieren.
Diese Einstellung ist nicht nur bequemer, sondern auch wesentlich gesünder. Man brauchst sich um nichts Sorgen zu machen und muss sich weniger ärgern. Ist es nicht lästig, jede klebrige Getränkebüchse einzustecken, bis man endlich einen Abfallkübel findet?

Viele leben diese Einstellung. Ich bin am Montag danach durch ein Openairgelände gegangen. Es könnte jedes gewesen sein. Es gibt doch tatsächlich Besucher, die sich bemühen, ihren Abfall wegzuschleppen, ihn vielleicht sogar zu sortieren. Das sind jene, welche die letzte Band verpasst haben und sich am Ausgang und im Bahnhof stauen. Viele aber, und dies ist dem Gelände anzusehen, denken praktisch. Das Zelt lassen sie stehen und damit es sicher niemand weiter verwenden kann, zerstören sie es während eine ausgelassenen Alkoholorgie, deren Spuren natürlich auch nicht beseitigt werden. Auch dreckige Kleider und Schuhe lassen sie praktischerweise zurück, denn das Auto sollte sauber gehalten werden. Schliesslich ist die Abfallentsorgung im Eintritt des Festivals eingerechnet.

St.Gallen: Verprügelt am "Offa"-Abend

Wo sind wir hier eigentlich? Es ist «Offa». Wie viele andere auch, feiern auch wir jeweils unseren «Offa»- oder «Olma»-Abend. Um etwas mehr Platz zu haben, wählten wir den Mittwoch. Es ist nach 2 Uhr, als der Rest unserer Gruppe – wir sind noch zu zweit – den BRÜHLHOF verlassen. Zuvor genossen wir die Hallen 4 und 5, den Jahrmarkt usw. Es soll nun zum Taxistand gehe, dann nach Hause. Vor dem UNDERGROUND Store wird mein Kollege ohne Vorwarnung und ohne einer Provokation seinerseits zu Boden gerissen und kräftig getreten. Passanten rufen gleich die Polizei, die innert einer gefühlten Minute bereits vor Ort ist. Mein Kollege blutet am Kopf und geht gebückt, eine Rippenprellung. Mit dem Streifenwagen werden wir in den Spitalnotfall gefahren. Am nächsten Morgen erstatten wir Anzeige gegen unbekannt...

Ich muss das nicht weiter kommentieren. Auf solche sinnlose Attacken sollten hohe Strafen stehen. Finanzielle Genugtuunung, Aufwandentschädigung auch für dritte, Polizei und Arzt und eine Gefängnisstrafe – unbedingt. Und – ich bin nicht Rechtswähler, werde es deswegen auch nicht. Aber für Menschen mit solchem Hang zu Gewalt ist kein Platz in unserer Gesellschaft!

Gratis?

Das FACEBOOK und ich sind nicht die ganz engen Freunde. Seit einigen Jahren bin ich da schon drin. Das FACEBOOK ist eine super Adressdatenbak, die sich zudem selber aktualisiert. Auch habe ich hier viele fast vergessene Freunde wieder gefunden. Nicht ungern verfolge ich das Leben einiger meiner Freunde. Teilweise posten sie Banales, dann wieder Witziges oder Politisches, das dann jeweils spannende Diskussionen auslöst.

Weniger Freude bereitet mir aber das allzu kommerzielle Treiben vieler «Freunde» und Firmen. Ladet mich ein – ich liebe Einladungen! Aber meint wirklich mich, meint es ernst und – unter einer Einladung verstehe ich, dass ich eingeladen bin, also kein Geld mitzubringen brauche!

Aber: FACEBOOK ist ein gewinnorientiertes Unternehmen. Auch auf FACEBOOK ist nichts wirklich gratis. Um die tollen (und immer komplexeren) Funktionen Nutzen zu dürfen, bezahlen wir mit unseren Daten, unseren Bildern und unseren Profilen. Diese lassen sich von FACEBOOK durch gezielte Inserateplatzierung und vielleicht auch durch Verkauf unserer Daten (was sie aber nie zugeben würden) zu Geld machen. Fast ungläubig verfolgte ich in den letzten Jahren, wie Unternehmen und sogar halbstaatliche Institutionen wie Radio DRS3 oder das SCHWEIZER FERNSEHEN sich scheinbar kritiklos auf FACEBOOK oder auch YOUTUBE und TWITTER einrichteten.

Olma Begleitevents mit überrissenen Preisen

Oktoberfeste überall. Und alle Veranstaltern bedienen sich am grossen bayrischen Vorbild. Warum auch nicht! Wenn's denn gefällt, sich einmal im Jahr mit Brezn, Hendl, Schweinshaxn, Weisswurscht und grösseren Biergläsern zu ernähren... Nicht so in St.Gallen. Hier belegt die «Olma» diesen Termin. Nicht wenige St.Galler sind während den mittleren beiden Oktoberwochen schlecht erreichbar...

Und das Fest um die Landwirtschaftsmesse erfreut sich zusehends auch bei Nicht-St.Gallern grösserer Beliebtheit. Bei diesem grossen Zulauf haben es Preistreiber, welche das 3-Dezi-Bierplatsikbecherli für satte 8.50 Stutz und das Cola für 7.50 verkaufen, natürlich leicht. Obwohl alle reklamieren, war die Schlange vor besagtem Zelt letztes Jahr nicht kürzer. Und solange dies so ist, findet ein geschäftstüchtiger Veranstalter natürlich keinen Anlass, seine Preispolitik zu ändern. Dieses Jahr greift nun auch RADIO FM1 mit einem Pavillon an der Sonnenstrasse vor dem Restaurant CANDELA ins Geschehen ein. Und die Preise in dieser «Radio City» sollen auf Nachfrage des TREND MAGAZINs nicht auf diesem hohen Niveau liegen, obwohl auch hier DJs auflegen.

Die Lebenszyklen einer Grossdiscothek

Das Leben eines Nachtclubs beginnt schon vor der Eröffnung mit Gerüchten und ersten Superlativen. Allein der Name soll gehoben klingen. Die Eröffnung ist vielfach pompös – mit vielen wichtigen und vielleicht wichtigen Gästen und einigen Organisationsproblemen, während hinten noch die letzten Scheinwerfer montiert werden. Beim Einlass zeigt man sich zurückhaltend – das Alter 21 gilt. Gegenüber Fremdveranstaltern ist man verschlossen – der Club alleine zieht genug – ein wenig Arroganz ist spürbar. Nach einigen Monaten darf ein dritter erste Partys drin veranstalten. Naja – auch mit 18 kommt man rein, wenn man okay aussieht. Gut möglich, dass man es innerlich bedauert, anfangs an der Türe zu abweisend gewesen zu sein, bekanntlich lassen sich gute Gäste nur einmal wegschicken. Nach vielleicht einem Jahr haben sich einige Fremdveranstalter fix etabliert, draussen stehen 16-jährige in einer künstlich erzeugten Schlange an, während drinnen die Leere gähnt. Wenige Monate später werden Leute auf Friendlists gratis eingelassen – die Rentabilität ist schon lange im Eimer... Beispiele: PLATINS Zürich, PACHA Wintethur, GLOW St.Gallen, ...

St.Gallen: Sommer in der Stadt

Die Mittagspause im Park, im Klosterhof oder auf der Gasse, das Feierabendbier in der Gartenbeiz und Abends mit Freunden im Strassencafé – wir geniessen den Sommer. Mit den neu gestalteten Plätzen und Gassen im Klosterviertel hat St.Gallen eine weitere Attraktion zu bieten, wo es sich abends gerne aufhalten lässt. Die neu gepflästerten Bereiche laden ein. So könnte auch der Marktplatz sein, wenn er autofrei wäre. Auf dem wichtigsten Platz, wo andere Städte Tische unter die Bäume neben den Marktständen stellen lassen würden, stellt die Stadt St.Gallen eine unhygienische Abfallmulde hin und erlaubt das Parkieren – eigentlich gegen jede Vernunft. Immerhin: ein paar nicht mehr benötige Markthütten wurden jetzt entfernt.
Am 17. und 18. August findet wieder das jährlich Stadtfest statt. Wiederum werden die Gassen zu teilweise überdachten Partyzonen. Bühnen mit Livebands, wie an anderen Stadtfesten, sind in St.Gallen leider etwas rarer. Und das verordnete Festende ist leider auch viel früher...

Ruhestörung

Die einen lassen die lauen Sommerabende in gemütlichen Strassencafés, Biergärten oder Freiluftlounges ausklingen, andere – mit etwas weniger Geld – treffen sich auf Plätzen, in Parks oder vor Schulhäusern und konsumieren dort. Beides sollte möglich sein – von mir aus solange man zeitlich mag.

Gesetzlich ab 22 Uhr, was etwas früh ist, moralisch sicher ab Mitternacht sollte aber auf Schlafende Rücksicht genommen werden. Dies soll aber nicht das Verstummenden spannender Gespräche bewirken. Normale Lautstärke muss möglich sein. Toleranz und Gegentoleranz. Mein Verständnis endet aber, wenn bei nächtlichen inoffiziellen Sommerfesten respektols gelittert wird, Flaschen zerbrechen und Alkoholisierte in ihrem Rausch Urschreiwettbewerbe veranstalten. Schlafen wird so schwierig und die Alternative dazu – fernsehen bei offenem Fenster auch. Ich weiss, wovon ich spreche. Ich wohne neben einem (nächtlich) belebten Schulhaus.

St.Gallen Marktplatz: Wendehälse

Im Hintergrund liefen schon Detailplanungen. Die Sache schien geritzt. Schliesslich standen ausser der EVP und den GRÜNLIBERALEN alle Parteien hinter dem neuen Marktplatz von St.Gallen. Dann kam das Nein des Volkes. Der Stadtrat, der sich auf die Parteien gestützt hatte, steht nun vor einem Scherbenbenhaufen. Offenbar hörten nicht alle Parteien und Verbände beim Beschluss ihrer Parolen auf ihre Basis und liessen so die Regierung auf der sicheren Seite wähnen.

Hatten Linke und Grüne vor der Abstimmung keine Probleme mit Bäume fällen, Bushaltestellen abschaffen und Parkgaragen bauen, so drehen sie ihre Meinung nun plötzlich in Windrichtung. Schliesslich stehen irgendwann wieder einmal Wahlen an. Ein grosses Pfui für diese Wendehalspolitik. Der Scherbenhaufen wäre zu verhindern gewesen, wenn sie als gewählte Volksvertreter im Parlament entsprechend gehandelt hätten.

Ein neuer Marktplatz?

St.Gallens Marktplatz soll neu werden. Mit einer grossen Markthalle, einer Parkgarage, neuer Bushaltestelle, neuen Bäumen. Dafür werden alte Bäume gefällt, die Bushaltestelle Schibenertor wird gestrichen, Autos und die CALATRAVA-Halle verschwinden vom Platz. Der Bohl soll eine freie Piazza sein, für Cafés und Veranstaltungen (wohl nur bis 22:00 Uhr...).

Für die fast 40 Mio Franken teure Neugestaltung sind fast alle: Stadt, Gewerbe, Parteien (ausser glp) – auch Linke. Auf dem neuen Marktplatz könne man «Flanieren», «die Sonne geniessen», «gesund einkaufen» oder «im Regen tanzen» – Tätigkeiten, von denen man heute – so wird suggeriert – nur träumen könne... Andere Argumente scheinen die Befürworter nicht zu haben.

Anders die Gegner. MARCUS WALTENBERG aka DJ DEEPDEEPBLUE kämpft mit FACEBOOK, der Website www.wlc.sg, mit meiner Wenigkeit und viel Präsenz mit seinem KOMITEE VERNÜNFTIGER MARKTPLATZ wie David gegen die Vorlage Goliaths. Am 15. Mai wird darüber abgestimmt. Bei einem Ja wird erst mal bis 2016 gebaut. Bei einem Nein sind alle Türen für eine bessere Lösung offen.

Siehe auch den Plan B für den Marktplatz

Artikel aus dem ST.GALLER TAGBLATT

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Screenshot von TAGBLATT.CH

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ST.GALLER TAGBLATT

Eine italienische Piazza als Vorbild? Artikel aus dem TREND MAGAZIN von 2009

Nur noch Clubs in Industriequartieren?

Das KUGL sammelt zurzeit Unterschriften gegen den behördlichen und gerichtlich abgesegneten Entscheid, bereits um 1 Uhr jeweils schliessen zu müssen. Ein normaler Clubbetrieb ist so nicht mehr möglich, dem beliebten Lokal im St.Galler Güterschuppen droht die Schliessung. Auslöser war die Einsprache von ALEX KELLER, einem Nachbarn, der festgestellt hat, dass das KUGL in einer falschen Zone steht.

Wir unterstützen das KUGL. Es geht uns dabei nicht primär um das KUGL. Auch nicht darum, dass sich das KUGL im Speziellen für Jugendkultur einsetzt. Vielmehr stellt sich die Frage: Welches Bedürfnis ist höher zu gewichten: Das eines einzelnen, der auch am Samstag ab 22 Uhr seine Nachtruhe will oder jenes von hunderten, die gerne ihre strenge Woche ausklingen lassen wollen – wohlbemerkt in einem Lokal, das schon länger hier ist als der zugezogene KELLER. Oder: Muss, wer in ein Stadtzentrum zieht, nicht einen gewissen Lärmpegel akzeptieren? Mit einem gewissen Pegel ist Kollaterallärm gemeint, nicht absichtlich erzeugter, den uns der Anstand gebietet zu unterbinden.

Mich frierts beim Gedanken, dass dereinst nur noch in kühlen Industriequartieren, die nur mit dem Auto erreichbar sind, Clubs, Nachtbars und Discotheken eingerichtet werden dürfen. Die Unterschriftensammlung dauert noch bis zum 15. April.

Konzerte in St.Gallen?

Neben dem CASINO Herisau steht das PENTORAMA Amriswil immer öfter in den Agenden von grossen Schweizer und internationalen Musikacts. St.Gallen ist darin selten zu finden. Warum? Offensichtlich liegt es an fehlenden Hallen oder Sälen.
Auch Vereinen, Theatergruppen und anderen Kulturschaffenden fehlen Raüme für ihre Veranstaltungen. Für sie ist zudem wichtig, dass sie sich neben den Eintrittstickets auch über den Konsum von Essen und Getränken finanzieren können.

OLMA-Hallen? Sie sind für Veranstalter zu teuer und wenig geeignet. Zudem besteht ein Gastronomievertrag, welcher die Bewirtschaftung auf eigene Rechnung verhindert.

GRABENHALLE? Zu klein oder zu gebunden an einen "Hausherrn". Die Freiheiten sind auch hier eingeschränkt.

LOKREMISE? Nicht zu kriegen.

KREUZBLEICHE-Hallen? Stehen nicht zur Verfügung, obwohl sie in der Abstimmungsbotschaft ursprünglich auch als Eventlocation angepriesen wurden.

REITHALLE? Ungeeignet wegen des Bodens. Zudem steht auch sie nicht mehr zur Verfügung,

PALACE? siehe GRABENHALLE

Jede Halle in der Stadt wurde dem Volk vor der Abstimmung, um wohl mehr Ja-Stimmen zu erhalten, als möglicher Ort für Konzerte genannt: auch das ATHLETIK ZENTRUM, sogar das Stadion. Trotzdem finden darin keine statt. So müssen St.Galler halt auch weiterhin und wohl noch für längere Zeit aufs Land fahren, wenn sie in der Nähe Konzerte geniessen möchten.

OLMA: Sorry, es ist voll.

Das könnte es an der kommenden Olma vor den Hallen 4 und 5 heissen. Der Druck scheint zu gross geworden zu sein. Ständiges Lamentieren der auf Besucherzahlen kontrollierten Clubs und immer wieder geäusserte Sicherheitsbedenken liessen die OLMA-Vernatworlichen nun zum Schluss kommen: Die Hallen 4 und 5 werden auf ihre Belegung kontrolliert. Doch wie macht man das mit den vielen Eingängen? Ganz einfach, mit Videokameras. Wenn also die Kamera beim APPENZELLER-Stand oder die SCHÜGA-Kamera dichtes Stehen zeigen, gehen die Türen zu. Oder achtet man nur auf die Bilder des Weinbereichs in Halle 4, wo man sich noch joggenderweise fortbewegen kann? Man darf gespannt sein. Klar ist für viele: Ohne Zutritt in die Deguhallen kein OLMA-Besuch. Die Belegung der Hallen hat sich doch seit Jahren selber reguliert. Waren sie zu voll, blieben viele gerne freiwillig draussen.

Gesunder Menschenverstand

Ich schlittle gern. Es macht Spass, ist im Trend und vergleichsweise günstig. Noch. Denn auch vor diesem Freizeitsport macht der Sicherheitswahn keinen Halt. Man soll einen Helm tragen. Ich tue mich schon mit dem Velohelm schwer. Und natürlich braucht's in jeder Sportart einen anderen, damit die Wirtschaft etwas davon hat und wir zuhause Lagerplatz verbrauchen.
Man macht sich nicht gerade beliebt, löst teilweise heftiges Kopfschütteln aus, wenn man Argumente gegen Helme, gegen Rückenprotektoren oder gegen Licht bei Tag vorbringt, denn sich zu schützen ist im Trend.

Doch: Sind es nicht diese Sicherheitsmassnahmen, die uns in falscher Sicherheit wiegen lassen und uns die Hemmungen vor grösseren Risiken nehmen?  Im fetten, grossen Auto kann uns ja weniger passieren...
Sollten nicht alle fette Autos haben? Die Schwachen könnten ja verletzt werden. Und Fussgänger und Velofahrer sollten tagsüber auch Licht mit sich führen, sie könnten, da Autos ja beleuchtetet sind, übersehen werden. Wäre es nicht angenehmer und günstiger, wenn alle gleich schwach anstatt gleich stark wären?

Es gehört sich nicht, gegen etwas zu wettern, was die Allgemeinheit als gut für einen bezeichnet, wie z.B. auch Bildung – bis auch die Sekretärin der Dorfschreinerei in perfektem Englisch kommunizieren kann – dafür aber nicht mehr Tanne von Fichte zu unterscheiden in der Lage ist. Oder sich niemand mehr zum Kinder hüten findet, weil jeder, der Talent und Freude daran hätte – die Qualifikation nicht besitzt. Ich hätte gerne ein Unternehmen im Bildungs- oder Sicherheitsbereich. Diese werden wunderbarstens subventioniert...

Gesunder Menschenverstand. Der sollte wieder mehr gefragt sein, weniger Papiere und weniger Helme...

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